hubert lepka © wolfgang kirchner
hubert lepka © wolfgang kirchner
hubert lepka, 2015 © bernhard müller
hubert lepka, 2015 © bernhard müller

hubert lepka, dr. iur., geb. 1958, studierte gesang und zeitgenössischen tanz am mozarteum salzburg und promovierte in recht an der universität salzburg.

 

1992 gründete hubert lepka das offene künstlernetzwerk lawine torrèn und arbeitet mit tänzern, schauspielern, multimedia-artists und technikern an performances und inszenierungen in teils sehr großen, realen räumen. alpine berglandschaften, flughäfen, städte, wälder und flüsse werden zu spielfeldern für choreographien, die menschen und maschinen gleichberechtigt in ein erzählerisches gefüge zwischen film und theater verwickelt. landschaft, architektur, (lokale) historie und mythologie am originalschauplatz spielen in der arbeit von lawine torrèn eine zentrale rolle.

 

seit der gründung bewegt sich lawine torrèn auf dem scheitelpunkt von kunst und wirtschaft: lawine torrèn realisiert projekte mit renommierten theaterhäusern und (performance-)kunstfestivals sowie mit unternehmen aus tourismus, industrie, architektur und wirtschaft, die auf der suche nach neuen, unkonventionellen wegen der kommunikation sind. einen beitrag zur tagung „kunst und wirtschaft“ anlässlich des europäischen forum alpbach lieferte lepka im november 2004 unter dem titel „das irrationale kalkül des überflüssigen“.

 

hubert lepka lebt und arbeitet mit seiner familie am passauergut in moosdorf im südlichen innviertel, nahe salzburg.

 

"choreographie lässt sich vom tanzenden gegenstand her nicht fassen. sie betrifft das gefühl, wie bewegung wahrgenommen wird, jede bewegung. durch unseren sinn für kinästhetik und die fähigkeit zu empathie konnten wir unsere teddybären so sehr verstehen, wie wir heute die eleganz eines fliegers bewundern. eine gesteigerte vertikale als die genuine achse des elevationswunsches im tanz öffnet das weite feld für artful elevation in lebensräumen, die oft nur als verkehrsräume wahrgenommen werden. autos, bagger, krane, flugzeuge - alle maschinen, von menschen geführt - sind der elektrische verstärker eines tanzes, der wie vormals rock´n roll ausbricht aus der stickigen luft des eng formatierten, selbstreferenziellen, dramaturgisch geknebelten theaterraums.

drama begreife ich als evolutionäres geschöpf auf basis memetischer vorgänge: kopie, variation und auswahl bilden den algorithmus des systems kunst, das ohne sinn und richtung unablässig schönheit neu abspeichert. lawine torrèn versteht sich als aufmerksamkeitsindustrielles unternehmen, das innerhalb einer globalen wirtschaft als katalysator agiert und prozesse zu steuern versucht, anstatt sie ohne plan, wie in einem weberaufstand, zu stören."

 

video: hubert lepka im interview in der reihe "rendezvous im arthotel"