kammermusik für vier motoren und bedienungspersonal

108 EB war der versuch mit vier nackten automotoren - an stahlseilen an die decke eines theatersaales gehängt - die "kunst der fuge" von johann sebastian bach zu intonieren. dieses unterfangen war in mehrerlei hinsicht skandalös:
es stellte vier tänzer, choreografen und ärzte auf die bühne, die in der folge lediglich die aufgaben von automechnikern vollführten.

es überforderte im ansinnen die musikalischen möglichkeiten der instrumente, der motoren.

es produzierte unerträglichen lärm und gestank zu zeiten der hochblüte des ökologischen fundamentalismus.

nichts an dieser arbeit schien "richtig" zu sein, vielmehr war alles falsch und gerade deshalb war 108 EB (übrigens nach dem geburtsjahr von ettore bugatti beziffert) ungeheuer aktuell.

heute ist es vielleicht schon ein museales stück. dass nicht mehr getanzt wird ist im minimalismus epidemische attitüde, musik mit motoren zu erzeugen war niemals neu und ökologischer fundamentalismus ist dem kathalysator und dem hollywood-hauptstrom gewichen. was bleibt übrig? reminiszenz vielleicht und das immer noch geile gefühl der penetranz explodierender kolben.

die motoren hingen an kranen von palfinger, zur verfügung gestellt von der firma kuhn.