frutiger – performative archäologie der akademiestraße
ein “invisible tale” von lawine torrèn.

salzburg ist das ergebnis von bränden, abriss, zufälligen unzulänglicheiten. und von feinem kunstsinn mancher erzbischöfe. erzbischof johann padutsch, dietrich vielleicht, pilgrim jedenfalls.

frutiger erzählt die großteils unsichtbare geschichte eines großräumigen umbaus der stadt. die universitätsgebäude der akademiestraße werden geschliffen, sie weichen sport- und grünanlagen und einer neuen uni, die die stadt nach süden hin öffnet. aber die geste der offenheit ist schwächer als der kleingeist. das gestaltungsuniversum von adrian frutigers schriftenfamilie “univers” konnte das attentat von münchen 1972 nicht verhindern, denn dieses produzierte bildikonen mittels gewalt und kümmerte sich nicht um wegweiser.
die selbstbewusste transparenz des uniparks hingegen lässt die forscher über zuviel durchsicht klagen.
mehr als ein verdacht: lässt sich gesellschaft nur durch grenzen formen?

frutiger ist ein INVISIBLE TALE, ein neues format, das von lawine torrèn entwickelt wurde. tanz und die performance beleuchten einen schlüsselpunkt der erzählung, das davor und danach passiert in anderen medien und erzählformen: photographie, video, magazin, essay.

was bisher geschah: eine dokumentation der gebäude im märz 2012, die filmische überhöhung des abrisses im mai, kompositorische photographien des abrissgeschehens, performance am torso von akademiestraße 16. im oktober 2012.

 

frutiger | premiere im rahmen des tanz_house festival 2012

do, 18. oktober 2012, 18.30 uhr

akademiestraße 26, eintritt frei. 

 

mit unterstützung von salzburg stadt:kultur und kultur - land salzburg, prämiert durch das bm:ukk