frutiger ist ein prozess der bildgestaltung und gipfelt als freiluftaufführung am rest der akademiestraßengebäude in salzburg nonntal. als „invisable tale“ hält es für 30 minuten den abriss dieser universität in performativer archäologie fest.
(eine erschließung dessen, was 1970 bei der eröffnung unter ministerin herta firnberg begann.)

der typograph adrian frutiger verstand es, bewegungen in zeichen zu bannen. sein freund otl schuf das grafische erscheinungsbild der münchner olympiade 1972, fröhliche spiele in der weltstadt mit herz, die die attentäter offen aufnahm. frutiger handelt nicht von münchen 1972, nicht vom nahostkonflikt. es kümmert sich nicht um einen fein aufeinander abgestimmten schwingkreis von selbstmord und aufmerksamkeit. frutiger zeigt bilder in mischtechnik. 30% abriss, 20% zeitgenössischer tanz, 20% mel und je 15% beimengungen von olympia 1972 und salzburger studentenbewegung.
 
foto, film und performance sind kompositionen einer wirklichkeit, die in medien abgebildet werden wollen und deshalb zu erinnerung kompostieren. sinnfreie erinnerung, die niemandem dient. damit sie wahr wird, braucht sie performanz, wirkliches statthaben. frutiger ist ein musterlabor für zeit-zeichen, hinkünftige bilder, visiotypen.

 

konzept "frutiger", september 2012

 

konzept "invisible tales"