was kann die eröffnung eines hauses besseres sein, als ein eigenwilliger gebrauch des neuen raumes, der durch seinen nachhall den künftigen nutzern den richtigen dreh mitgibt? im fall des neuen technologiezentrums von FACC in st. martin im innkreis war das so:

vorerst liegt das innere des hauses vor dem betrachterauge wie die modellvorlage für eine photographie von thomas demand, vollkommen unverbraucht. wenn die tänzer von diesem raum besitz ergreifen, tun sie das wie puppen, die an der cafeteria keine spuren hinterlassen.
dann außen: die fluzeugteile, die FACC hier entwickelt und herstellt, werden in transportboxen in alle welt erst per trailer, dann mit bahn, schiff, flugzeug verfrachtet. hunderte solcher boxen stehen auf dem gelände rund um das haus. die neue fassade nimmt das motiv auf, neun erker im boxenformat ragen aus den drei oberen etagen hervor, wie bausteine aus einem stapelturm-spiel. die choreographie nimmt dieses spiel auf und verwandelt fünf speziell ausgestattete boxes zu dioramen, die mit staplern, kran und trailer ein bewegtes spiel der rechtecke vor illuminierten haus entfachen.

zu beginn ein zaubertrick. eine der tänzerinnen steigt in eine orange holzkiste mit der aufschrift: “protect me from what i want”. ihr vollkommen gleich gekleideter zwilling kommt in grüner box auf stapler und öffnet die kiste. nun sind sie zwei. in der nächsten box spielt die band ROIA live den soundtrack dazu, und auf den fenstern eines stockwerks könnten wir lesen: “you do not have to read this, it is anyway there.”