wer die inszenierung von mozarts "entführung aus dem serail" im salzburger stadtkino besucht, der sollte sich vorsichtshalber ein computerversiertes familienmitglied der jüngeren generation mitnehmen. erstens könnte das dieses mal seinen eigenen spaß an der opernsache haben, und zweitens besitzt es als auskunftsquelle an diesem abend einen nie geahnten wert.
hannoversche allgemeine (anja stiller)

der nur virtuell existierende, einzig in digitaler verfremdung qua groß-pixel-projektion erscheinende bassa selim erweist sich auch hier als großzügig. so kann der schlußchor als brillantes video zu fetzigem hard-rock über die projektwand wirbeln. eine horror-vision? uns gruftis mag es den atem verschlagen. wir werden schnell aufzählen, was da alles "nicht stimmt". aber im herbst 1781 hat auch längst nicht alles "gestimmt". und eine junge generation fragt nicht in erster linie nach der richtigkeit, nach der "werktreue", und sie ist trotzdem nicht alsogleich oberflächlich. schließlich wird man auch hier die frage, ob das wolfgangerl heute wohl seinen spaß daran hätte, mit einem überzeugt spontanen ja beantworten. "weil da ganz die musick herrscht - und man darüber alles vergisst."
die zeit

diese "entführung" ist intensiver rock'n'roll, weil sie wagt, aufzubegehren gegen zu tode wiederholte opernstrukturen ... die beste coverversion, die aus dem werk mozarts im ausgehenden 20. jahrhundert entstehen kann.
tennengauer nachrichten (bernhard flieher)

bei dem wunderschönen quartett "es lebe die liebe!" am ende des 2. aktes turteln konstanze und belmonte via leinwand, pedrillo und blonde via fernsehapparat. eine ausgezeichnete idee, die von dem jungen, sympathischen ensemble unbekümmert und fast makellos umgesetzt wird.
die furche (michael krassnitzer)

in sé questo delirio sarebbe un insulto. ma al interno del festival è probabilmento lo spettacolo più bello, più onesto, più vicino all´anima di mozart.
corriere della sera (francesco m. colombo)

este mozart futuristica fue recibido con entusiuasmo el día del estreno por un público muy joven, que también applaudió las arias de constanza o el maravilloso cuarteto.
el pais (juan angel vela del campo)


freche dialoge, eine klangkomposition aus dem computer, hervorragende sänger und eine in den virtuellen raum des internet versetzte handlung. als koproduktion der salzburger festspiele mit der szene feierte "die entführung..." im stadtkino eine heftige premiere, die möglicherweise richtungsweisender fürs neue jahrtausend ist, als alle anderen mozartproduktionen in den festspielhäusern zusammengenommen.
oberösterreichische nachrichten (ilse retzek)

 

schwächlich kämpft die regie gegen die widrigkeiten des konzepts.
salzburger nachrichten (lászló molnár)

was tun mit mozart in einer zeit, in der die jugend leichter den weg ins internet als ins opernhaus findet? digitalisieren natürlich!
wiener zeitung

vier kreative salzburger haben über ein heiteres kunststück aus der herkömmlichen welt gewitzt das globale netz unserer gegenwärtigen welt gespannt. mozarts musik klingt ausgeflippt gut aus dem munde von rastergelockten und nabelfreien jungen menschen, für die das internet ein gebrauchsgegenstand geworden ist und die die abenteuer der virtual reality suchen.
tiroler tageszeitung (rainer lepuschitz)

den jungen hat´s ziemlich spaß gemacht, andere wiederum waren hell entrüstet.
kronen zeitung

"bassaselim", das per wonderwall kommunizierende, ungreifbare computersystem, will konstanze als lebendiges screen- und liebesobjekt in sein binäres dasein hinüberholen. höchste zeit zur rück-entführung also. wie das abläuft, ist ein stück intelligenten lust-theaters mit augenzwinkern. ein wahrhaft ausgeflippter mozart-trip.

salzburger volkszeitung (ernst p. strobl)

reazioni? ovviamente cattivissime.
la republica (leonetta bentivoglio)