innviertel im mai 1999: ein forscherteam bricht mit video- und computerausrüstung auf, um eine vermutung aus der chaos-theorie im alltag zu überprüfen. angeführt vom salzburger theaterkünstler hubert lepka tastet sich die gruppe von bauernhof zu bauernhof vor. ihre neugier gilt dem massey ferguson 35 x und seinem rivalen, dem steyr 28 – zwei in den sechziger jahren erbittert konkurrierenden traktorentypen.

 

zu klären gilt es, ob die geographische verbreitung der dieselrösser nicht derselben mathematischen formel gehorcht, die für entstehung von tierfellmustern sorgt: zwei elemente machen sich den platz auf dem fell streitig und weisen sich mit unterschiedlichen verbreitungsgeschwindigkeiten gegenseitig in die schranken. im falle massey ferguson gegen steyr heißt es: schnittigkeit und eleganz gegen soliden traditionalismus. auf der landkarte verzeichnet das team penibel jeden gesichteten traktor, portraitiert seinen besitzer und teilt dem fundort eine farbe zu. auf der täglich im internet auf den neuesten stand gebrachten landkarte verwandelt sich das innviertel in ein leopardenfell der traktorendichte.

 

am abend des 25. juni finden sich dann dutzende traktoren mit ihren besitzern zur festivaleröffnung bei schloss hagenau ein, um auf dem areal am inn einer ps-starken walpurgisnacht beizuwohnen. mit seiner compagnie lawine torrèn führt hubert lepka das wissenschaftliche experiment in bilderreiche theaterkunst über. mit musik, tanz, schauspiel und feuerwerk entspinnt sich die geschichte vom weben des leopardenfells, vom wesen der schönheit und von der sprache der mathematik. hexen schweben über dem areal und umgarnen einen fischer; zu wasser, zu lande, im schloss und in der luft tummeln sich sonderbare wesen, donnernd setzt das rennen der zwei traktorenstämme ein. auf dem schloß erscheinen die bilder von bauern, höfen, traktoren und tieren. szenische elemente und elemente der natur, architektur und technik gehen eine komplexe verbindung ein, um im letzten bild miteinander zu verschmelzen.