die idee: hybrid.

manche städte könnten auf vor- und rückseite desselben stadtplanes gedruckt werden. man würde sie dann mit derselben legende versehen: auf der rückseite von essen liegt linz. kohle, stahl, hafen, veränderung, zeitgenössische kulturhauptstadt, folkwang, bruckner, ars electronica, zeche zollverein. jeder weg in linz bereitet auch auf einen weg in essen vor. die knotenpunkte sind sich selbstähnlich, der content ist mittlerweile im netz. bahnstationen, häfen, kanäle statt sendern, museen und kunstclubs. linz taugt als trainingslager für das ruhrgebiet.

jeder einzelne shot eines filmes verlangt einen performativen eingriff, der gefilmt wird. jede performance von lawine torrèn braucht das "fern-sehen" der kameras und will filmischen anteil. diese beiden aspekte perfekt zwischen film und performance auszubalancieren ist unser ästhetisches ziel. dieses ziel wird durch eine reihe von aufführungen und eine tv- und  filmproduktion markiert, die sich gegenseitig verstärken und unterstützen. knights club ist hybrid.

auf der gegenüberliegenden seite von expanded cinema liegt der expanded shot: anstatt die zaungäste eines filmdrehs möglichst auszuschließen, könnten wir sie mitspielen lassen und den performativen aspekt jedes drehs zu einer performance zu machen - theatre, sometimes invisible.

 

der plot: undurchsichtig.

susan blacksmith stößt auf der suche nach der verschwundenen milliardärstochter von mort michaels auf den umstand, dass an exakt der selben stelle, wo die letzten spuren zur vermissten führen, zwei ihr nacheilende kollegen ebenso verloren gingen. durch videomessages und weblog lässt sich der letzte weg in essen zwar rekonstruieren, einen weiteren kollegen nachzuschicken scheint aber zu gefährlich. susan und die verbleibenden experten in F60 suchen nach uninformierten, das heißt uninfizierten personen, die als leibwächter – als mindguards – mit nach essen reisen sollen. das labor F60 richtet im linzer kunstrmuseum lentos eine versuchsstrecke für essen ein, auf der in fünf aufeinanderfolgenden clubabenden - dem knights club - im rahmen eines gewinnspiels geeignete reisende ins ruhrgebiet (die knights) ermittelt werden. eine intrige innerhalb F60 verhindert jedoch, dass die ausbildung zu ende geführt werden kann. ein anruf von mort michaels, dem financier, zwingt susan zusammen mit zwei knights überhastet aufzubrechen.

es beginnt eine irrfahrt durch den ober- und unterirdischen informationsdschungel einer fremden und doch gleichen verdichtung von informations- und verkehrswegen namens stadt, wobei der reisegruppe die fehlende ausbildungszeit und unbekannte verfolger zum verhängnis werden.

 

die technik: remote control.

alles was die fernsteuerung der rätsel-ralley in essen bedarf, ist einfachste consumer-technologie: videotelefon, mms, gps und internet.

internet
das www ist durch seine nicht-örtlichkeit ein perfektes werkzeug für den knights club. von der anmeldung zum club bis hin zur erkundung und steuerung im ruhrgebiet sind die klassiker des internet (haiku-generator, sodaconstructor, google earth, youtube u.v.m.) sowie die projekteigene webpage die zentralen hubs, worüber sämtliche informationen verhandelt werden.

reziprok
zu ende gedacht, kann das projekt auch in umgekehrter richtung stattfinden. der knights club findet in essen statt und der suchtrupp begibt sich auf eine reise nach linz.