welche bedeutung hat geschichte für gegenwärtige fragen der politik und gesellschaft? würde es uns gelingen, die zeit zu raffen, wäre ein tieferes verständnis herrschaftlicher verhältnisse und demokratischer prozesse möglich?


die handlung von leviathan spielt an der grenze vom mittelalter zur aufklärung.
dabei werden gegenwart und vergangenheit am originalschauplatz absichtlich mittels bildkonflikten und zeitsprüngenvermischt: ferne orte und historische gegebenheiten werden wie eine intarsie in das realbild der donaulandschaft per videowall eingefügt, jede verräterische modernität durch präzise videodramaturgie entfernt.

die wachau, beherrscht von den kuenringern, steht knapp vor dem ende der feudalherrschaft. die truppen eines europäischen leviathan, eines mechanisierten staatswesens, das von den britischen inseln aus mit den ideen des aufgeklärten philosophen thomas hobbes den kontinent überrollt, stehen vor krems.

der künstler leonhard, selbst ein anhänger des fortschritts, wird vom kremser feudalherren gegen seinen willen in die pflicht genommen. mithilfe der äbtissin ava von göttwig kann er mittels einer raffinierten erfindung das vordringen leviathans vorerst stoppen. doch die gewalt, einmal gesät, nimmt kein ende. leonhard könnte erneut helfen, aber wie ließe sich ein gezähmtes monster, der leviathan, befrieden und in den dienst der gemeinschaft stellen? mit opulentem militärischem gerät, schauspielern, tänzern, pferden und reitern wirft leviathan inmitten einer fiktiven sage rund um die kremser kuenringer zeitgeschichtliche fragen eines neuen europas auf.