anna und und das (fiktive) ensemble jérôme bels befinden sich auf der premierenfeier. das stück nimmt die fäden der geschichte dort auf, wo in love turn anna den wagen von alex verlassen hat und zu jérôme, ihrem geliebten stößt.

über in-ear monitoring verfolgen die anonymen zuschauer im restaurant das "dinner mit jérôme". alle anderen teilnehmer dieses gesellschaftlichen raumes ahnen nichts von ihrer unfreiwilligen rolle als backdrop eines subliminalen stückes. als beobachter des auffallenden verhaltens (dialoge, spiel und tanz) der protagonisten werden sie selbst beobachtet. 

 
wie in einem film von john cassavetes oder bei jan lauwers "need to know" entspinnt sich aus dem gefüge der vier charaktere, anna, jérôme, einer tänzerin und einer schauspielerin aus dessen truppe, ein dichter plot. anna ist nun frei für ihren liebhaber, jérôme weiß nicht recht, was er damit anfangen soll. seine truppe greift in deren beziehung aus eigenen motiven ein.

 

"everybody knows that the naked man and woman are just a shining artifact of the past, everybody knows the scene is dead, but there's gonna be a meter on your bed that will disclose, what everybody knows." (leonhard cohen)

 

 

prinzip: variation

das stück begreift sich in seinem bauplan als kopie. als eine "variation" im musikhistorischen sinn, die mittels universeller, logischer operationen aus einem werk der vorlage - "adebar" von peter kubelka - etwas neues schafft, das in all seinen äußerungen auf den ausgangsstoff bezug nimmt. dieses universelle prinzip der evolution findet in der kunst einen eigens von ihm selbst geschaffenen gestaltungsraum. kunst gibt es nur deshalb, weil menschliche gehirne unter den bedingungen der variation und auswahl artefakte kopieren. in dinner mit jérôme geht es also auch um den nachweis dieses prinzips kopie in zeitgenössischer performativer kunst als maßgeblich treibende kraft.

 

 

dinner mit jérôme ist das letzte modul des love turn-zyklus und kann beliebig mit den modulen love turn und skyhook kombiniert werden.